Maori

Māori sind das Indigene Volk Neuseelands, deren ursprünglich aus der pazifischen Inselwelt stammenden Vorfahren etwa 300 Jahre vor den europäischen Seefahrern von Polynesien aus das vorher unbewohnte Neuseeland als erste Einwanderer besiedelt. Dies geschah in mehreren Einwanderungswellen  - seit dem 13. Jahrhundert ungefähr. Ihre Sprache wird Te Reo Māori genannt.
Das Wort Maori bedeutet in ihrer Sprache „normal“ oder „natürlich“. In Legenden und Mythen bezeichnet das Wort sterbliche Menschen im Gegensatz zu Geistern und unsterblichen Wesen.
Die Maori bezeichnen sich selbst auch als Tangata whenua, was wörtlich „Menschen des Landes“ bedeutet, und betonen hiermit ihr Gefühl der Verbundenheit mit ihrem Land.
2014 betrug der Anteil der Māori in der neuseeländischen Bevölkerung 14,9%.

Vor 1974 war die gesetzliche Definition einer Māori-Person durch ihre Abstammung festgelegt. Dies war wichtig beispielsweise in Bezug auf das Wahlrecht.Der Māori Affairs Amendment Act 1974 änderte diese Definition hin zu einer kulturellen Selbstbestimmung, was bedeutet: Māori ist, wer sich als Māori identifiziert. Um beispielsweise spezielle Fördergelder zu erhalten, ist es allerdings weiterhin erforderlich, wenigstens in Teilen Māori-stämmig zu sein, allerdings gibt es keinen vorgeschriebenen Mindestanteil an „Māori-Blut“. Dies kann durchaus zu Diskussionen führen; so entzündete sich im Jahr 2003 eine Kontroverse an der Nominierung von Christian Cullen für das New Zealand Māori Rugby Union Team, weil er nur zu 1/64 Māori-Vorfahren habe. Im Allgemeinen erleben insbesondere die Māori selbst ihre Identität als nicht genetisch festgelegt, sondern als eine Frage der kulturellen Identität.

Māori berichten in ihren mündlichen Überlieferungen von ihren Einwanderungswellen nach Neuseeland und beschreiben und benennen das jeweilige Waka, seetüchtige Auslegerkanus. Verschiedene Stämme der Māori beziehen sich auf entsprechende Kanus und nennen nicht nur ihren Stamm, sondern auch ihr Kanu, wenn sie sich vorstellen. Ursprungsland ist in der Mythologie der Māori die Insel Hawaiki, von der bisher nicht geklärt ist, ob diese existiert, und wenn ja, welchen Namen sie heute trägt.

Die Sprache der Maori, das Te Reo Māori ist heute Amtssprache in Neuseeland. Deshalb sind offizielle Webseiten in beiden Sprachen vorgehalten, und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sollten wenigstens in Ansätzen auch die Sprache der Maori sprechen, was allerdings noch nicht wirklich Realität ist.

Nach dem 2. Weltkrieg galt das Te Rio Maori als verloren als Alltagssprache. Seit den 1970er Jahren wird die Sprache und die Kultur der Maori an den Schulen unterrichtet und in den Kindergärten wird teilweise nur Maori mit den Kindern gesprochen (kohanga reo - Sprachnester). Seit 2004 gibt es einen Fernsehsender, der hauptsächlich in Maori ausstrahlt.

Karte und Information - Maori Tribes


Tradition und Kunsthandwerk

Bis zur Ankunft der Europäer lebten die Māori vom Fischfang, der Jagd nach Vögeln und Ratten, vom Sammeln von Beeren, Sprossen, Kernen und Farnwurzeln, und vom Anbau von Kūmara (Süßkartoffeln), Taro, Hue (Flaschenkürbis) und Uwhi (Yams), die ihre Vorfahren von den nördlichen pazifischen Inseln mitgebracht haben. Zuerst wurde der Moa, ein Laufvogel, gejagt, er war leichte Beute und wurde ausgerottet. Danach bekam der Fischfang und der Anbau von Feldfrüchten größere Bedeutung in ihrer Nahrungsbeschaffung.

Die Holzbearbeitung zum Bau von Hütten und Kanus war hoch entwickelt. Auch Flachs wurde zum Ausgestalten der Behausungen verarbeitet. Waffen (Mere) wurden aus Hartholz, starken Knochen oder aus Steinen, wie Pounamu hergestellt. Zum Fischen verwendeten sie Speere, Angelschnüre mit Haken und auch Netze und Reusen. Die Maori stellten auch besondere Matten aus neuseeländischem Flachs her.

In der Maori Gesellschaft spielen mündliche Überlieferungen von Märchen und Mythen eine große Rolle, Redekunst, Dichtung und natürlich Gesang, Musik und Tanz. Auch in der Weberei und in der Holzschnitzerei waren sie Meister (und sind es auch heute). Die Kunst der Maori findet ebenfalls in der Herstellung von Skulpturen aus Holz und Stein ihren Ausdruck. Auch die Tätowierungen des Körpers, hier bevorzugt des Gesichtes, sind eine Kunstform, in der aber auch sozialer Rang, Status der Geburt, Heirat, Autorität und persönliches Zeichen gleich einer Unterschrift, dargestellt wurde und wird.

Die Malerei der Māori war vor der Ankunft der Europäer nicht so bedeutungsvoll, wie sie in den Jahren danach wurde. Die Wharenui (Versammlungshäuser) unterschieden sich in Anzahl und Bedeutung von denen, die wir heute kennen und von den jeweiligen Māori-Clans zum zentralen Mittelpunkt ihrer Gemeinschaft gemacht wurden. In der Zeit bevor die Europäer nach Neuseeland kamen hatte lediglich die Kunst der Kowhaiwhai-Malerei Bedeutung, mit deren Mustern die Dachsparren in den Häusern, Denkmäler, Paddel und die Unterseite der Kanus bemalt wurden.

Mit einer der bekanntesten Traditionen der Māori ist u. a. der Haka, ein Kriegstanz, der heutzutage auf Festen und zur Begrüßung von Gästen zelebriert und gerne auch vor Touristen aufgeführt wird.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/M%C4%81ori

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