Indigene Völker in Nepal

Auf dem Gebiet von Nepal leben zahlreiche Indigene Völker, sie machen ca 38% der Gesamtbevölkerung aus. Zur Bevölkerung des Landes gehören Angehörige von ca 100 Völkern, Stämmen und Kasten. Es gibt 59 indigene Völker, die alle ihre verschiedenen Sprachen und Dialekte sprechen. Es gibt große Unterschiede, einige Kulturen sind vom Aussterben bedroht, andere sind marginalisiert und benachteiligt. Nur 2 Indigene Völker Nepals sind als priviligiert anzusehen: Newar und Thakali. Tangbe, Thakali, Gurung, Limbu, Sherpa sind einige der benachteiligten Völker und Tamang, Dolpas, Mugal, Kumal, Lopas sind marginalisiert - an den Rand gedrängt, um nur einige zu nennen. Sie sind gegenüber den aus Indien eingewanderten Volksgruppen und Kasten gesellschaftlich stark benachteiligt.

Newar - sie sind die Ureinwohner des Kathmandu-Tals. Generell kann man sagen, dass sich ca die Hälfte sich zum Buddhismus, die andere Hälfte zum Hinduismus bekennt, das Verhältnis ist aber nicht ausgewogen sondern regional unterschiedlich. Ihre Sprache ist Newari oder auch Nepal Bhasa, sie ist eine tibeto-birmanische Sprache. Die Newar leben in Großfamilien zusammen. Angehörige der Newar sind für ihre handwerkliche Geschicklichkeit bekannt - z.B. sieht man an vielen Häusern und Tempeln ihre typischen kunstfertigen Schnitzerein.

Tamang gehören ebenfalls zu den tibeto-birmanischen Völkern und sind das zweitgrößte indigene Volk Nepals (ca 1,3 Mio). Sie sind Buddhisten und kommen ursprünglich aus dem Gebiet von Tibet, das spiegelt auch ihre Sprache, ihre Traditionen und ihre Kultur heute noch wieder. Neben den Lamas spielen auch Schamanen (Jihankris) eine wichtige Rolle bei den Tamang, denn viele sind Anhänger des Bön. Die Menschen in den Dörfern gehen zu ihrem Heiler und holen sich bei ihm auch Rat und Hilfe in Lebensfragen.
Die Tamang leben hauptsächlich auf ca 1500 m bis 2500 m in den Bergen des Landes und sie leben traditionell als Bauern in Clans zusammen. Zu ihren traditionellen Handwerkskünsten gehört auch die Verarbeitung von Bambus zu Körben und sie gehören zu den besten Thangka-Malern. Heute arbeiten auch einige als Träger für Trekkings oder als Bergführer.

Limbu sind ein indigenes Volk im Osten Nepals. Sie gehören auch zu den tibeto-birmanischen Völkern und sprechen die sehr alte Sprache Yakthungpan. Ihr ursprünglicher Name ist auch Yakthung. Sie leben in den Hügeln und Bergregionen Ost-Nepals zwischen den Flüssen Arun und Mechi bis nach Südtibet, Burma und Bhutan und in Indien in Darjeeling, Sikkim, Assam und Nagaland.
Ausführlichere Informationen zur Kultur der Limbu gibt es auch hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Limbu_people

Die Limbu setzen sich für einen eigenen Bundesstaat in Nepal ein, denn vertraglich wurde ihnen einst Autonomie im Königreich Nepal zugesichert.

Sherpa - ganz oft setzt man in Europa die Träger im Himalaya mit ihnen gleich. Es ist aber umgekehrt: viele Träger gehören dem Volk der Sherpa an. Die Sherpas kamen vor über 500 Jahren aus dem Osten Tibets und sie siedelten sich im Süden des Himalaya an.

Mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Sherpa

Die meisten Sherpas leben am Fuß des Mount Everest und im Helambu (wohin der Climate Trek führt). Auch im Osten des Landes leben Sherpa. Natürlich sind sie auch in Indien zu Hause und dort vor allem in Sikkim und West-Bengalen) sowie in Tibet und Bhutan. Ihre Religion ist der Buddhismus und sie sprechen ihre eigene Sprache: Sherpa (der aus einem tibetischen Dialekt entstand).
Traditionell leben Sherpas von Ackerbau und Viehzucht.

Raute - ich möchte unbedingt auch die Raute benennen - denn sie sind das einzige Nomadenvolk Nepals. Es ist ein sehr kleines Volk mit nur 650 bis 900 Angehörigen, sie selbst geben an, nur noch 200 Menschen zu sein. Auch die Raute sprechen eine tibeto-birmanische Sprache, das Ramchi. Sie leben als Jäger und Sammler in West-Nepal und halten sich meistens nur wenige Wochen an einem Ort auf. Allerdings wurden viele von ihnen von der Regierung Nepals zur Sesshaftigkeit gezwungen. Traditionell stellen die Raute Schüsseln und Kisten aus Holz her, die sie auch eintauschen gegen Lebensmittel und Gegenstände, die sie nicht selbst herstellen können. Die Angehörigen dieses kleinen Volkes möchten ihre Kultur lebendig halten und folgen ihren Traditionen sehr bewusst: sie wollen nomadisch als Jäger und Sammler leben, um ihre Identität zu wahren. Sie bewahren ihre eigene Sprache, ihre Bräuche und ihr Wissen - und geben es an die nachfolgende Generation weiter.

beeindruckende Fotoreportage, die das Leben der Raute zeigt: Nepal´s last nomadic tribe

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