Mit den Tofalar durch die Taiga - Sommerlager und Rentierfest

Die Tofalar, ein kleines altes Volk der Rentiernomaden, leben in einem Dorf und in einen Sommer-Camp das je nach Saison eingerichtet wird. Wir werden bei Ihnen zu Gast sein und einige Tage mit ihnen das Nomadenleben in der Taiga teilen. Seien Sie dabei, wenn die Tofalar mit ihren Renen zu den Sommerweiden wandern! Im Dorf laden sie Sie zu ihrem Sommerfest ein. Als kulturell einzigartig gilt ihr 'Tanz mit dem Moschustier', das ein Höhepunkt des Festes ist. Auf Pferden und Renen sind wir mit den Tofalar unterwegs durch Taiga und Steppe...
- dort, wo Sibirien noch fast unberührt ist.
Eine Reise ins Leben der Indigenen Sibiriens - die wir durch unseren Besuch auch unterstützen und helfen ihre Kultur zu bewahren.

Ostsibirien ist ein recht isoliertes Land wo längst keine Straßen mehr hinführen... Hier gibt es Gebiete, in denen die Menschen noch kaum Spuren hinterlassen haben. Taiga und riesige Flüsse und Wasserfälle, mysteriöse Höhlen. Hier findet man Meteoritgestein und  hier leben die selten gewordenen Zobel, eine kleine Pelztierart. Es ist das Zuhause und Rückzugsgebiet des wohl kleinsten Sibirischen Volkes - das Land des alten Volkes der Nomadischen Rentierzüchter Asiens, der 'Tofa' - eher bekannt unter dem Namen 'Tofalar'. Fast 10 Monate lang ist die Gegend nur per Hubschrauber erreichbar. Die Tofa leben am und im Sayan-Gebirge. Längst nicht mehr isoliert und unberührt, denn spätestens zu Zeiten der Sowjetunion wurden sie teilsesshaft gemacht, die Rentiere in Kolchosen gehalten, die Menschen hatten ein geregeltes Arbeitsleben und die Kinder gingen zur Schule.
 Natürlich in weit entfernte Schulen mit Internat, wo die Kinder weitgehend der Kultur ihres Volkes, der Sprache und Religion ihres Volkes beraubt und entwurzelt wurden. Aber die Kultur der Tofa lebte weiter, ihre Sprache verschwand nicht ganz und ihre Traditionen und Gebräuche sowie ihren Glauben und die Praxis ihrer religiösen Zeremonien konnte ihnen letztlich niemand ganz nehmen.

Heute sind sie weitgehend auf sich selbst gestellt - Bildungssystem und Kolchosen brachen mit dem Ende der Sowjetzeit zusammen, hohe Arbeitslosigkeit, vergessen von der Regierung und ohne jede Förderung - so leben wieder ähnlich wie in alten Zeiten. Zumindest versuchen sie es. Das Ren ist ihre Lebensgrundlage und die Alten lehren die jungen Menschen wieder viel über Kultur, Sprache und Religion, traditionelle Rentierhaltung und Jagd. Sie versuchen, Eigenständigkeit und Selbstbestimmung zu erlangen bzw. ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Reisedauer: 
15 Tage
Reiseverlauf: 

1. Tag - Anreise nach Irkutsk, Ankunft
Transfer zum Hotel. Sightseeingtour Irkutsk. Nach dem Abendessen Tourbesprechung und Vorbereitung.
 Übernachtung im Hotel.

2. Tag - Irkutsk und Baikalsee
Fahrt zum Ufer des Baikal nach Listvyanka. Hier besuchen wir das Ökologische Museum des Baikalsees. 
Mittagessen im Restaurant mit köstlicher Baikalischer Küche. Freizeit und Rückfahrt. Dinner in der Historischen Innenstadt von Irkutsk. Anschließend Fahrt mit dem Nachtzug nach Nishneudinsk.

3. Tag - Nishneudinsk - ein Ausflug in die Taiga
Nishneudinsk ist eine kleine Stadt an der Uda (Fluss) und Station der Transsibirischen Eisenbahn (ca 508 km nordwestlich von Irkutsk). Transfer zum Gästehaus und Sightseeing - wir sehen die schönen alten sibirischen Holzhäuser mit ihren reichen Verzierungen und treffen anschließend den Birchbark-Künstler Anatoly Antipenko, der Gefäße und Kunsthandwerk aus Birkenrinde herstellt - eine uralte Tradition der sibirischen Völker. Nach dem Mittagessen Transfer zum örtlichen Flughafen und Einstieg in die MI-8, einen Helikopter, der uns zum Dorf Alygdsher bringt (ca 1 Std. Flug). 
Nach Ankunft bei den Tofalar empfangen uns die Familien des Dorfes. Besuch des Kulturzentrums. Gegründet 1991 gibt das Kulturzentrum (Tofa Ethnic Center) einen guten Überblick und Einblick in die Kultur der Rentierzüchter mit Ausstellungsstücken der Tofalar: ihre Nationalkleidung, Pelze, Stickereien, Birkenrindenarbeiten, Bilder und natürlich Übersichtstafeln und Erklärungen. Hier werden wir auch einer Geschichte des künstlerischen Leiters des Hauses lauschen.
 Später treffen wir uns mit den Dorfbewohnern. 

4. Tag - Lasso-Fest der Tofalar
Den Vormittag verbringen wir beim Argamchi-eery Fest (dem Lasso-Fest). Es geht zurück in die Zeiten, als die Stämme der Tofa ein großes Nomadenvolk waren, die in einer riesigen Wanderung vom Ost-Sayan zum Jenissey zogen. Dieser Feiertag wird normalerweise einmal im Jahr zelebriert in der ersten Juli-Hälfte. Es ist für die Tofalar eine Ehre und Freude, wenn Besucher Interesse an ihrer Kultur haben und sie danken uns mit dem Fest für unseren Besuch. 
(Besuche sind eine große Ehrenbezeugung bei den Nomaden). 
Der örtliche Schamane wird die Trommel schlagen um in einem ganz speziellen Ritual die örtlichen Götter zu ehren.

5. Tag - Rundwanderung durch die Umgebung und Erholung
Nach dem Frühstück ca 4-stündige Wanderung zum Wasserfall am Ufer der Uda. Picknick in der malerischen Landschaft am Flussufer. Vorbereitung auf die 3-tägige Reittour. Erste Fähigkeiten im Reiten und ein Pferd zu handhaben von den Tofa zu erlernen, ist ein ganz besonderes Erlebnis und eine Ehre. Erste Erkundungstour. 
Erholung vor dem Abendessen: Sibirische Banya - die Dampfsauna ganz traditionell auf Kosakenart bereitet.

6. Tag bis 10. Tag - Reittrekking zum Flüsschens Kuktey und zum Sommerlager der Rentierhirten
Reittrekking zum Sommerlager der Rentiernomaden. Während der kommenden 2 Tage werden wir ca 5-6 Stunden täglich auf dem Pferderücken verbringen.
 (Packpferde tragen Ihr Gepäck) Die Rentierhirten ziehen alle 15 Tage zu einem neuen Weidegrund damit das Gebiet nicht überweidet wird. Unser Reittrekking folgt zwei Tage lang dem Fluss Kara-Buren bis zur Jägerhütte 'Pretty Cross' am Wasserfall. Wir reiten oberhalb des Khailama Flusses entlang und erreichen am 8. Reisetag das Camp nahe des Kuktey-Flusses. Hier haben wir Gelegenheit zum Fischen. Am nächsten Tag reiten wir zum  Innokentiy Camp und Treffen hier Rentierzüchter, die hier den Sommer mit den Renen verbringen.

Tag 11 - Leben in der Taiga
In den Sommermonaten streifen die Rene durch die umliegenden Hügel und Wälder und grasen bei Nacht wenn sich die Temperaturen abgekühlt haben und die Moskitos weg sind. Am Tage kommen die Rene zurück zum Camp um der Hitze zu entgehen...
 Wir verbringen den ganzen Tag und die nächste Nacht im Tofa Sommercamp, teilen ein Stück weit den Alltag der Nomaden und erfahren von ihrer Haltung zur Natur, ihren Überlebensfähigkeiten in der Taiga. Hierher kommen außerordentlich selten andere Menschen. Die Nomaden reiten seit jeher auf den Renen. Das Pferd kam erst sehr viel später in diese Gegend. Übernachtung in Zelten oder im Tschum-Tipi unter dem gigantischen Sternenhimmel.

Tag 12 - Taiga
Wir reiten heute noch ca 30 km entlang des oberen Hunga und überqueren mehrere Bäche. Uns werden viele Wildtiere begegnen, der Hirsch, Zobel, Fuchs, Moschus und andere.
Nach der langen Tour durch Sibiriens Taiga werden wir heute im Camp eine Banja genießen - eine russische Sauna, die uns reinigt und in der wir uns richtig erholen können. Anschließend Abschiedsparty mit den Tofa.

Tag 13 - Abschied von den Tofa
Nach dem Frühstück treten wir die Rückfahrt an. Wir verstauen unser Gepäck auf einem russischen Truck und fahren 230 km durch die Taiga nach Tulun. Unterwegs überqueren wir einige große Flüsse. Halt an einem Blockhaus um Picknick zu machen. In Tulun übernachten wir in der Gästelodge 'Cossak Iya'. Zum Abendessen werden sibirische Spezialitäten serviert - in einem Restaurant direkt am Fluss Iya.

Tag 14 - nach Irkutsk
Nach dem Frühstück geht es nach Irkutsk - wir fahren mit einem komfortablen Bus (ca 5 Stunden). Unterwegs Mittagessen in einem burjatischen Dorf. Vor dem Abendessen erreichen wir die Stadt. Übernachtung im Hotel.

Tag 15 - Abreise
Transfer zum Flughafen oder zum Bahnhof und Abreise

Preis: 
2.890,00 Euro
Leistungen: 

alle Transfers lt. Programm
Übernachtungen bei Familien (einfach, aber gemütlich, Banja)
2 x Gästehaus (Doppelzimmmer, Dusche/WC, zum Teil Gemeinschaftsbad)
Übernachtungen im Zelt lt. Programm
2 x im 3* Hotel in Irkutsk (Doppelzimmer, Dusche/WC)
Vollverpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen), z.T. als Picknick unterwegs, lt. Programm
alle Ausflüge inkl. Eintrittsgelder lt. Reiseprogramm
Helikopterflug
deutschsprachige Reiseleitung und örtliche Guides
Pferde und Packpferde, Rene
Zugtickets Irkutsk-Nishneudinsk - Irkutsk (4er-Abteil)
alle Mahlzeiten lt. Programm
Zelte und Campingausstattung (Schlafsack bitte selbst mitbringen)
SympathieMagazin “Russland verstehen”

Nicht im Preis enthalten: 

internationale Anreise (Flug oder Transsib bis Irkutsk)
Zur Unterstützung der Tofa pro Person 40 Euro als Spende für ihre Gemeinschaft.
 Dieses Geld soll persönlich übergeben werden. Davon sollen z.B. Geräte zur Lederverarbeitung gekauft werden oder Schnitzmesser oder auch Kinderkleidung für den Schulbesuch - das sind Dinge, die die Tofa sich von uns gewünscht haben.
Visum (ab ca 80,00 Euro, inkl. tour. Einladung und Registrierung
persönliche Ausgaben (zusätzliche Getränke, Souvenirs...)
Einzelzimmerzuschlag im Hotel*** und in der Lodge ca 250,00 Euro
Reise-Krankenversicherung - für Russland notwendig für die Beantragung des Visums

Reiseversicherungen (bitte selbst vor Reiseantritt abschließen)

Zusatzkosten: 
Zusatzkosten: 
 Linien-Flug FRA - Irkutsk - FRA, z.B. Aeroflot, Economy ca 700,00 Euro*
, 
Alternativ: Transsibirischen Eisenbahn

Termine / Preise

Termine: 
05.07.2017 bis 19.07.2017
Reisedauer: 
15 Tage
Min. Teilnehmer: 3
Max. Teilnehmer: 10
Preis: 
2.890,00 Euro

Klima

Atmosfair
Klimarelevante Emissionen des Fluges: 
2.750 kg CO₂ ab Frankfurt
Freiwillige atmosfair-Spende für diese Reise: 
64,00 Euro

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Kia Ora bringt Ihnen das Leben der indigenen Völker näher – in der Mongolei, in Russland, Guatemala, USA, Kanada oder Nepal. Ob Begegnungsreise, Wandern, Reittrekking oder Fahrradreise –immer mit einheimischer und deutschsprachiger Reiseleitung. Immer in kleinsten Gruppen. Immer im Einklang mit den Menschen vor Ort. Immer umweltschonend, nachhaltig und fair. Und immer faszinierend.