Ladakh: Begegnungen im Changthang

Diese Reise als Teil der Nomadentrilogie führt Sie in das Gebiet des Changthangs. Da dieses so hoch ist, geschieht die Annäherung langsam und Schritt für Schritt. Bei dieser Reise lernen Sie die ladakhische Nomadenkultur kennen, die Traditionen und Wandlungen durch die Moderne – und auch die Verflechtungen mit den Menschen ihrer Region und Drumherum. Der Prozess der Pashminagewinnung und -verarbeitung spielt eine große Rolle, da er einen großen Teil des Einkommens der Nomaden ausmacht. Wer da wieviel Macht in der Produktion hat und wie sich diese wandelt ist ein wichtiges Thema für die Menschen vor Ort (je nach Reisezeit kann bei der Wollgewinnung zugeschaut werden). Auch die Natur mit den Pflanzen und Tieren (sie werden viele Kyangs zu Gesicht bekommen und wahrscheinlich auch einige Schwarznackenkraniche) und deren Veränderung durch die globalen Klimaumschwünge sowie die menschlichen Eingriffe in das Ökosystem sind ein interessantes Thema. Und haben Sie schon einmal Ziegenjoghurt und Yakbutter probiert? Neben der manuellen Herstellung sämtlicher Milchprodukte von Schaf, Ziege und Yak steht natürlich auch ein Probieren derselben auf dem Programm.

„Churigtschogtschog“ - seit 5:30 Uhr ertönt das rhythmische monotone Geräusch des Yoghurts, den Deskit im großen Plastikkanister schüttelt. Dabei summt und singt sie leise Lieder vor sich hin. Nawang, ihr 3jähriger Sohn, liegt in dicke Decken und tiefe Träume gemummelt daneben. Die ersten Sonnenstrahlen blitzen über die Bergspitzen und erwärmen die klare Luft auf 4.800 m. Die Ziegen und Schafe im Pferch nebenan blöken leise vor sich hin. Die 27jährige Deskit öffnet immer wieder den Deckel, greift mit der Fingerspitze hinein und pustet den Joghurt auseinander. Noch immer ist keine feste Butter zu sehen. Vor 2 Tagen hat sie die Ziegen gemolken, die Milch erwärmt und etwas Joghurtkultur dazugetan, sie über Nacht warm gehalten und neuen Joghurt entstehen lassen. Diesen schüttelt sie diesen Morgen zu Butter. In den Zelten nebenan sind ihre Mutter und zwei Schwägerinnen genau mit der gleichen Tätigkeit beschäftigt. Jeden Morgen ab 5:30 Uhr. Nach einer Stunde sind endlich die gewünschten Butterklümpchen entstanden und Deskit gießt die Masse durch ein grobes Tuch ab. In diesem bleibt ein schöner runder Klumpen milder Ziegenbutter zurück. Die Buttermilch wird aufgekocht. Ein Teil wird zu getrocknetem Käse weiterverarbeitet, der andere geht direkt in die Frühstücksschüssel. Zusammen mit Tsampa (geröstetem Gerstenmehl), Ziegenbutter und Zucker rührt sie einen leckeren Brei namens Churku zusammen, der überraschend fruchtig schmeckt. Nawang ist inzwischen aufgewacht und macht sich über sein Churku her. Gut gestärkt geht es danach in den Pferch zum morgendlichen Ziegenmelken.

Reisedauer: 
22 Tage (mit Anreisetag)
Reiseverlauf: 

Tag 1 - Anreise nach Delhi
Start in Deutschland. Voraussichtlich mitternächtliche Ankunft in Delhi.

Tag 2 - Anreise nach Leh
Frühmorgendlicher Weiterflug und Ankunft in Leh (3.500 m) mit dem Flugzeug. Transfer zur Unterkunft (20 min.). Den ganzen Tag zur besseren Höhenakklimatisation ruhen bzw. nur kleine Spaziergänge.
Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück
Sonstiges: Transfer zur Unterkunft

Tag 3 - Erste Erkundungen und Begegnungen in Ladakh
Besuch der Ladakhs Nuns Association in Flughafennähe, um mehr über den Buddhismus allgemein und die Situation der Nonnen im Speziellen zu erfahren. Im Changthang werden Sie später eines der größten Nonnenklöster in Mahe besichtigen. Sie erhalten hier ein Mittagessen und verbringen somit genügend Zeit, ein bisschen mehr der speziellen Nonnenatmosphäre nachzuspüren.
Wenige Kilometer weiter thront das Kloster Spituk auf einer Anhöhe, über die Sie bereits beim Anflug nach Leh hinweggeflogen sind. Spituk ist das Heimatkloster des Bakula Rinpoche, des höchsten buddhistischen Würdenträger Ladakhs. Der 19. Bakula war indischer Botschafter in der Mongolei und hat in den 90er-Jahren sich dort sehr um den Aufbau von Klöstern gekümmert. Nach seinem Tod im Jahre 2003 wurde seine Reinkarnation im Nubratal gefunden. Der 2005 geborene Junge wird im Süden in tibetischen Klostereinrichtungen ausgebildet und besucht Ladakh nur wenige Male im Jahr.
Abends zeigen wir Ihnen den Film „Der zerbrochene Mond“ - eine preisgekrönte Spielfilmdokumentation, die sehr gut das Leben der heutigen Nomaden schildert.

Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Besuch der LNA und Filmvorführung, Guide

Tag 4 - Kashmirwolle - Choglamsar - Begegnungen mit Tibetern
Am Vormittag Besuch der Pashmina-Verarbeitungsanlage in Flughafennähe. Nachdem Jahrhundertelang die ausgekämmten Haare zur Weiterverarbeitung nach Kashmir geschickt wurden, holt sich Ladakh langsam die Oberherrschaft zurück in das eigene Land. Die ausgekämmten Haare werden inzwischen alle von einer Kooperative zum Marktpreis von den Nomaden abgekauft und in dieser Anlage zu einem Vlies verarbeitet, der danach gesponnen werden kann. Diese Verarbeitung ist sehr interessant anzuschauen und Sie werden damit langsam in das Fachgebiet „Pashmina“ eingeführt. Spinnen und Verwebung geschieht an unterschiedlichen Stellen und wird auch immer weiter nach Ladakh geholt. Eine treibende Kraft dabei ist Nawang Phuntsog von der Nomadic Woollen Mill, den Sie in Leh in seinem Geschäft besuchen und der Ihnen weitere Infos geben wird.
Aber zuerst geht es weiter nach Choglamsar (8 km von Leh), wo viele Exiltibeter wohnen. Sie besichtigen die dortige Tibetan Children Village School, eine große Anlage. Es gibt Zweigstellen davon im Changthang, wovon Sie eine im weiteren Verlauf der Reise besuchen werden. TibeterInnen und Ladakhis beziehen sich religiös beide auf den tibetischen Buddhismus, haben aber getrennte Klöster und bleiben auch im Lebensalltag eher jeweils für sich. Im Changthang leben viele ExiltibeterInnen auch als Nomaden – von daher gehört das Kennenlernen von ihnen zu dieser Reise. Welche weiteren TibeterInnen Sie in Choglamsar treffen, bleibt dem Guide und Ihnen überlassen. Sie können kleine Manufakturen und Klöster besuchen.

Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Besuch der Pashmina Verarbeitungsanlage und der TCVSchool, Guide


Tag 5 - Wanderung durch die Altstadt Lehs - Schneeleoparten Projekt - Tsemo Hill
Bei einem geführten Heritage Walk durch die Altstadt Lehs unterhalb des Palastes erfahren Sie viel von der Geschichte Lehs, deren Stadtsoziokultur und der Architektur. Der Tibetan Heritage Fund ist sehr engagiert, mit den Bewohnern zusammen Gebäude zu restaurieren und Traditionen auf angenehme Weise in die Moderne zu überführen.
Außerdem ist ein Treffen mit der Snowleopard Conservancy – India Trust arrangiert. Mit dem Ziel des Schutzes des Schneeleoparden müssen die engagierten Leute mit den Ladakhis zusammenarbeiten.
Da im Winter immer wieder Nutztiere vom Schneeleoparden gerissen werden, sind die Betroffenen dem Tier nicht so positiv gegenüber eingestellt. Für eine Ausgewogenheit der Interessen von Natur und Mensch geht der SLC-IT spezielle Wege – auch im Tourismus durch die Einführung der Himalayan Homestays. Auf dem Weg in den Changthang im Gebiet Rong sind kürzlich mehrere entstanden, die wir auch nutzen. Bei dem Besuch werden Sie viel über die Fauna in Ladakh im Allgemeinen und Changthang im Speziellen erfahren und insbesondere über die Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten.
Um den Beinen etwas mehr Gelegenheit zum Trainieren zu geben, ist die Erklimmung des Tsemo-Hills über dem Palast und am Spätnachmittag die Shanti Stupa auf dem Programm. Beide Ziele bieten herrliche Blicke über Leh.

Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück
Sonstiges: Heritage Walk, Besuch der SLC-IT, Guide

Tag 6 - Changtang - Tibetische Medizin -
70 km / 2 Std.
Im Changthang gibt es wenige Krankenhäuser und Möglichkeiten der westlichen medizinischen Hilfe. Weit verbreitet sind Amchis, ÄrztInnen der tibetischen Medizin. Sie lernen diese in Leh bei einer gut englisch sprechenden tibetischen Amchi kennen. Sie können Sie um speziellen Rat fragen oder eine allgemeine Diagnose erstellen lassen. Per Pulsfühlung wird ihr Körper nach Disharmonien untersucht
und zur Heilung erhalten Sie pflanzliche Arzneien, die keine Nebenwirkungen haben. Viele der dazugehörigen Kräuter werden im Changthang gesammelt.
Danach geht es auf die große Reise Richtung Changthang. Bei Ihrer Reise in den Osten stoppen Sie zuerst in Thikse (15 km von Leh), um das dortige Kloster zu besichtigen. Es ist in seiner Architektur dem Potala nachempfunden und eines der schönsten Klosterbauten in Ladakh.
Dann fahren Sie 55 km weiter indusaufwärts in das Dorf Ligtse. Ligtse liegt in der Region Rong, die seit 2015 eine eigene Verwaltung hat und streng genommen nicht zum Changthang gehört. Im Volksgebrauch werden die dort wohnenden Leute jedoch als Changthang-BewohnerInnen bezeichnet. In Ligtse wohnen 28 Familien, es gibt ein kleines Kloster und eine Schule. Viele Leute sind neben Land- und Viehwirtschaft in der Teppichherstellung beschäftigt. Bei einem ausgiebigen Rundgang erkunden Sie das Dorfleben.

Unterkunft: Homestay
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Permit

Tag 7 - Wanderung bei Tukla - Dorfleben
Schöne Spazierwanderungen führen Sie durch das große Tal des Dorfes Tukla, ein Stück das Tal hinauf. Das Auto fährt das Gepäck zum nächsten Homestay in Tukla. Tukla liegt 5 km von Ligtse entfernt auf 3.950 m. Ca. 300 Menschen leben in 28 Haushalten, es wird Landwirtschaft betrieben und auch hier werden Teppiche gewebt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Kloster, zwei seltene alte Wacholderbäume und eine Höhle bei Zognang. Mit etwas Glück lassen sich hier Ibexe auf den Anhöhen entdecken. Auch hier gibt es genügend Gelegenheit, das Dorfleben zu teilen.

Unterkunft: Homestay
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Permit

Tag 8 - Teri und Beginn unserer Trekkingtour
Fahrt nach Teri (ca. 25 km) wo Sie die Trekkingcrew und die Gepäcktiere treffen. Gleich geht es hinein in die Landschaft. Entlang des Flusses Teri Chu geht es über den kleinen Pass Kecha-la zum Camping Gyungnar Rong auf 4.735 m (4-5 Gehstunden). Auf dem Weg treffen Sie noch einige Dorfbewohner mit ihren Tierherden. Auch kann es sein, dass Sie Blauschafe oder andere Tiere sichten – die Gegend ist bekannt dafür. Langsam kommen Sie immer höher in dieser Landschaft und bekommen ein gutes Gefühl für die Weite und die Einsamkeit. Je nach Reisezeit können Sie auf diesem Trek auch schon NomadInnen begegnen.

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Lunchpaket, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Begleitteam, Gepäcktiere, Zelte, dicke Matten, Campinggebühren, Permit

Tag 9 - Pass Thatsang - Chumik Yogma
Über den 5.170 m hohen eher flachen Pass Thatsang-la führt die Wanderung heute nach Chumik Yogma. Während vorher schroffere Felswände im engeren Tal dominierten, öffnet sich die Landschaft nach dem Pass in die hohe Weite, für die das Changthang bekannt ist (5-6 Gehstunden).

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Lunchpaket, Abendessen
Sonstiges: Begleitteam, Gepäcktiere, Zelte, dicke Matten, Campinggebühren, Permit

Tag 10 - Tsokar See - Thukje -
Weiter geht es über das weite Land in die weite Hochebene des Tsokar-Sees (Gehzeit 4-5 Std.). Beim semi-nomadischen Dorf Thukje (hier treffen sich jährlich viele NomadInnen zum Feiern des ladakhischen Losars/Neujahr) bietet das Eco Resort eine Unterkunft mit Betten und warmem Waschwasser. Sie verabschieden die Trekkingcrew. In Thukje thront oben am Berghang das kleine Kloster, welches neben einem alten und neuen Tempelgebäude einen tollen Blick über die gesamte Hochebene des Tsokars auf 4.500 m bietet.

Unterkunft: Eco Resort
Mahlzeiten: Frühstück, Lunchpaket, Abendessen
Sonstiges: Begleitteam, Gepäcktiere, Eintrittskosten, Permit

Tag 11 - Erkundungen am Tsokar-See
Es ist gut Zeit, den Tsokar und seine Umgebung zu erkunden. Kyangs grasen in kleinen Grüppchen, Seevögel zwitschern durch die Luft und viel kleines Leben lässt sich im Marschland an den Ufern des Sees entdecken. Um den See herum sind viele kleine Wälle zu sehen, die darauf hinweisen, dass zu anderen Zeiten die Nomaden hier campieren. Zu gegebener Zeit Fahrt mit dem Auto nach Yukti, einer Ansammlung von ca. 13 Zelten kurz vor dem Pass zum Puga-Tal auf 4.870 m Höhe. Die Zelte gehören zu den Familien von Ankung, einer Ortschaft einige Kilometer weiter die Straße hinab. Die Menschen leben von Tierhaltung und verbringen die Sommer immer auf den Hochweiden von Yukti. Sie sind Halbnomaden, die sich mit den Tierprodukten im Bartar-System (Austauschwirtschaft) Getreide und Gemüse eintauschen. Mit den Haaren ihrer Pashmina-Ziegen verdienen sie den größten Teil ihres monetären Einkommens. Sie sind zu kleinen Einheiten/Familien zusammengefasst, von denen jeweils eine Person den Tag über mit den Tieren zum Weiden geht. Nach der spätnachmittäglichen Ankunft werden sie in den Pferch geführt, die Jungtiere aussortiert, die weiblichen Tiere je nach Familie zusammengebunden und dann in Gemeinschaftsarbeit gemolken. Einerseits wird die Arbeit geteilt, andererseits sind die Haushalte getrennte Wirtschaftseinheiten. Ihr Zelt wird neben einem der Nomadenzelte aufgeschlagen, so sind Sie dicht an allen Tätigkeiten dran, die Sie alle beobachten und daran teilnehmen können. Der Guide übersetzt alle Fragen und gilt als Bindeglied, damit sich alle miteinander wohl fühlen. Alle Familien sind keine längeren Besuche von Reisenden gewohnt und so herrscht evtl. etwas Unsicherheit (und natürlich Neugier) auf beiden Seiten. Die Halbnomaden freuen sich, wenn Sie mit Ihnen Ihr Essen zu sich nehmen, sind aber nicht beleidigt, wenn Sie es vorziehen, sich vom mitgenommenen Koch eigene Mahlzeiten zubereiten zu lassen. Vielleicht möchten Sie am liebsten eine Mischform? Der Guide berät und arrangiert alles! Und probieren möchten Sie sicherlich einmal Ziegenbutter, Tsampabrei, Buttertee und andere lokale Spezialitäten.

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Guide, Koch, Permit

Tag 12 - Nomadenleben - Sumdo - Tsomoriri-See
Der Morgen beginnt früh: gegen 5:30 Uhr starten die Frauen mit der Zubereitung der Butter. Ca. 1 Stunde wird der Joghurt geschüttelt, dann ist er zu Butter geworden. Nach dem Frühstück geht es wieder an das Melken der Tiere. Es ist faszinierend zuzuschauen, wie Hand in Hand gearbeitet wird und die kleinen Kinder natürlich eingebunden werden. Ist diese Aufgabe erledigt, macht sich jemand mit den Tieren wieder auf den Weg.
Sie verabschieden sich und fahren weiter. Vorbei an Ankung taucht bald ein großer Komplex auf: die Nomadic Residental School Puga. Hier gehen viele Nomadenkinder zur Schule. Da sie alle sehr verstreut leben und das Einzugsgebiet riesig ist, ist es eine Internatsschule, wo die Kinder in Schlafsälen untergebracht sind. Die Nomadenschule ist eine staatliche Schule, erhält aber auch private Spenden (siehe z.B. www.ladakh-hilfe.org). Sie haben Gelegenheit, sich die Schule anzuschauen. Weiter geht die Fahrt über Sumdo (2 Tage später halten Sie hier) den Abzweig entlang zum Tsomoriri-See. In der weiten Landschaft sind immer mal wieder Tierherden in der Ferne auszumachen. Über den Pass Nusgur-la (4.860 m) und vorbei am meist türkisblauen See Thatsang Karu führt die Straße zum 30 km langen See Tsomoriri. Wir lassen ihn erst einmal links liegen und biegen bei der kleinen Ortschaft Korzok in der dahinter liegende weite Tal ab nach Korzok Phu (4.500 m). Hier verbringen ca. 70 Nomadenfamilien die Sommermonate mit ihren Tieren. Einige haben neben Ziegen und Schafen auch Yaks. Wir schlagen Ihr Zelt neben einer Nomadenfamilie auf, bei der Sie ebenfalls Einblick in deren Leben bekommen können. Hier sind zwar mehr Familien beieinander, aber sie haben z.T. weniger Berührungspunkte. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich und ähnlich das Leben hier und bei der vorherigen Familie ist.

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Guide, Koch, Permit

Tag 13 - Nomadenleben am Tsomoriri-See
Nach der morgendlichen Tierversorgung haben Sie Zeit, den Tsomoriri-See und die kleine Ansiedlung Korzok an dessen Ufer zu besuchen. In Korzok gibt es ein größeres Kloster zu besichtigen. Am See lässt es sich gut ein Stück entlang des Ufers Richtung Süden wandern. Bis Anfang Juli sind die Ziegenbesitzer mit dem Auskämmen der Haare für die Pashminawolle beschäftigt. Diese werden in Korzok gewogen, verladen und nach Leh gebracht. Bei Korzok gibt es einige wenige kleine Felder zum Anbau von Gerste. Schauen Sie, was Sie alles zusammen mit dem Guide an Lebenswelt auf dem Dach der Welt entdecken!

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit


Tag 14 - Sumdo - Mudh - zu Gast bei einer Familie
Sie verlassen das Nomadengebiet mit den wenigen kleinen Ansiedlungen und fahren zur großen Straße am Indus. Dabei kommen Sie wieder durch Sumdo, welches einen ladakhischen und einen tibetischen Teil hat. Im tibetischen Teil ist eine kleine Zweigstelle der TCV-Schule beheimatet, die tibetische Kinder im Grundschulalter unterrichtet. Auch sie wohnen in einem Schlafsaal und lernen früh, in außerfamiliärer Gemeinschaft zu leben. Am Indus geht es flussaufwärts an der Verwaltungshauptstadt Nyoma vorbei in das charmante Dörfchen Mudh in schönster Umgebung (Gesamtfahrtzeit ca. 2 Std.). Bei einer einheimischen Familie haben Sie Gelegenheit zu einer Waschung mit einem Eimer heißen Wasser und können die Nacht zur Abwechslung in einem Zimmer verbringen.

Unterkunft: Homestay
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit


Tag 15 - Mudh - Begegnungen
Die landschaftlich ausgesprochen schöne Landschaft um Mudh herum lädt ein zu vielen Entdeckungen. Mit Glück erblicken Sie die berühmten seltenen Schwarznackenkraniche. Die Menschen bauen auf Ihren Feldern Getreide und in den Gärten Gemüse an, haben meistens aber zusätzlich auch noch Tierherden, die zum Weiden täglich in die umliegenden Berge geschickt werden. In Nyoma, der Verwaltungshauptstadt, gibt es ein sehenswertes Kloster oben über dem Dorf. Auch kann man hier die Oberschule besuchen, wo viele Kinder aus dem Changthang die höheren Klassen besuchen. Wen Sie sonst noch kennenlernen und mit wem Sie sprechen bleibt flexibel Ihnen und dem Guide überlassen. Diese Begegnungen, bei denen man viel über die Menschen und ihre Heimat lernen kann, sind nicht wirklich planbar, aber mit einem offenen Interesse und dem Guide als Dolmetscher stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen.

Unterkunft: Homestay
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit

 

Tag 16 - Mahe - Nonnenkloster - Yayatso-See
Sie brechen auf zu einem letzten landschaftlichen Highlight der Reise. Zurück geht es das kleine Stück nach Mahe und von dort zum Abzweig nach Norden. Zuerst besuchen Sie das dortige Nonnenkloster in dem viele Nonnen sehr zurückgezogen leben und viel Zeit mit der Meditation verbringen. Dann geht es über einen kleinen Pass und dahinter breitet sich das große Hochtal mit dem Yayatso-See auf 4.700 m hoch. Der meist tiefblaue See liegt malerisch in einer paradiesischen Berglandschaft. Über dem Marschland am Ufer gibt es ein kleines Dörfchen, wo Halbnomaden leben. Sie sind nur zeitweise in den Häusern, die sie ansonsten abschließen und mit ihren Tieren umher ziehen.

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit

Tag 17 - Dorfleben und Wanderungen in die Umgebung
Egal ob das Dörfchen bewohnt ist oder nicht, die schöne Landschaft lädt ein zum Verweilen. Den Tag können Sie nutzen für eine Wanderung rund um den See und weitere Spaziergänge in der Umgebung.
Durch die Abwesenheit von Touristen (es gibt keine Unterkünfte) ist das Tierleben besonders reichhaltig. Seien Sie gespannt, was Sie entdecken werden! Das Auto steht zur Verfügung falls Sie über den Pass zur Straße wandern und von dort abgeholt werden möchten. Wenn Leute da sind, lässt sich durch weitere Begegnungen und Gespräche mehr über das Leben im Changthang erfahren.

Unterkunft: Zelt
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit

Tag 18 - nach Leh - über Chumathang/Thermalquellen
Sie verabschieden sich von den Weiten und dem naturnahen Leben im Changthang und begeben sich auf die Rückfahrt nach Leh (ca. 190 km / 4-5 Stunden, je nach Straßenzustand). Ein Stopp eignet sich
in Chumathang, berühmt für seine heißen Quellen. Leider sind die Anlagen nicht sehr gepflegt – trotzdem ist es spannend, das blubbernde kochendheiße Wasser anzuschauen. Manchmal sieht man Einheimische darin Wäsche waschen, manchmal welche, die die Badehäuser nutzen. In Leh trennen Sie sich von Ihren Begleitern

Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen
Sonstiges: Auto mit Fahrer, Eintrittskosten, Guide, Koch, Permit

Tag 19 - Leh
Der Tag steht zur freien Verfügung. Sie können sich wundern über das „Großstadtleben“, in den vielen Geschäften einkaufen, noch das besichtigen, was Ihnen fehlt, oder, oder, oder...

Unterkunft: Raku Gästehaus
Mahlzeiten: Frühstück
Sonstiges: -

Tag 20 - Abreise nach Delhi
Transfer zum Flughafen und Abschied von Ladakh. Zurück geht es nach Delhi, wo Sie noch Aufenthalt haben als Sicherheitspuffer falls der Flug wegen Schlechtwetter ausfällt. Ankunft in Delhi, Abholung vom Flughafen und Transfer zur Unterkunft. Das Hotel liegt in Majnu-ka-Tilla, im tibetischen Viertel. Auf engem Raum leben viele TibeterInnen, die sich eine kleine tibetische Enklave aufgebaut haben.
Ein starker Kontrast zu den in Ladakh lebenden TibeterInnen.... Der Tag steht zur freien Verfügung. Wenn Sie etwas Besonderes sehen möchten, arrangieren wir es Ihnen gerne!

Unterkunft: Wongdhen House
Verpflegung: Frühstück
Sonstiges: Transfers


Tag 21 - Delhi
Sie begeben sich auf eine individuelle Stadtbesichtigung, d.h. Fahrer und Guide kommen im A/C-Auto und fahren mit Ihnen zu den Sehenswürdigkeiten in Old und New Delhi, die Sie gerne anschauen würden. Red Fort, Chandni Chow, Jama Masquid, Qtab Minar, Rajghat, Humayuns Tomb, das Regierungsviertel mit India Gate, Bangla Sahib Gurudwara, Birla Mandir, Lotus Tempel sind einige Möglichkeiten, die Sie ansteuern können. Transport zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland
(Start gegen Mitternacht)

Unterkunft: Wongdhen House
Verpflegung: Frühstück
Sonstiges: Stadtbesichtigung im A/C-Auto, Guide, Eintrittskosten

Tag 22 -  Ankunft in Deutschland

Preis: 
1 Person: 2.980,00 Euro, 2 Personen: 1.990,00 Euro/p.P., 3 Personen: 1.950,00 Euro plus 260 Euro Einzelzimmerzuschlag, 4 Personen: 1.800,00 Euro/p.P.
Leistungen: 

Flug Delhi-Leh-Delhi
alle Transportkosten während der Reise wie beschrieben
Übernachtung im Einzel-/Doppel-Zimmer mit Mahlzeiten wie angegeben
Koch
Changthang-Permit
spezieller englischsprachiger Changthang-Guide,
Eintrittskosten lt. Programm
Trekkingtour incl. Begleitteam wie beschrieben, Gepäcktiere
Zelte, dicke Matten, Campinggebühren
Stadtrundfahrt Delhi im A/C-Auto mit Guide und Eintrittskosten
Reisepreis-Sicherungsscheine

Nicht im Preis enthalten: 

Internationaler Flug
sonstige Übernachtungen
sonstige Mahlzeiten
sonstige Unternehmungen
persönliche Ausgaben
Visum

Einzelzimmerzuschlag: 
z.B. bei 3 TN: 260 Euro / EZ

Veranstalter: Yangla Tours
Nana Ziesche

E-Mail: info [at] yangla-tours.de

Reisen mit intensiveren Begegnungen mit den Nomaden sind in Ladakh ein Novum. Um die Reise erlebnisreich und doch bequem und etwas angepasst an unsere eigenen Gepflogenheiten zu gestalten, haben wir mehrere Annehmlichkeiten eingebaut. Mit Koch und eigenem Zelt sind Sie flexibel, was die Verköstigung und den Rückzug betrifft. Auch werden unterwegs öfters feste Häuser aufgesucht, in denen Sie z.B. bessere Waschmöglichkeiten haben. Sie werden mit dieser Reise Pioniere sein. Wir haben uns dieses Angebot als Mischung ausgedacht zwischen einer intensiven Begegnung mit den Menschen vor Ort und einzigartigen Naturerlebnissen.
Wir freuen uns, neue Wege im ladakhischen Tourismus zu beschreiten, Ihnen auf eine einzigartige Weise Land und Leute näher zu bringen und hoffen auf Ihre Offenheit, sich auf vieles Ungewohntes einzulassen. Wir sind uns sicher: durch Begegnungen lässt sich viel voneinander verstehen und alle werden davon profitieren: Sie bekommen Einblick in eine ganz andere Lebenswelt und die Einheimischen werden durch das Interesse und das Teilen eines kleinen Ausschnittes ihres Lebensalltages angenehme Anerkennung erfahren.

Bitte beachten Sie, dass die Reise Pioniercharakter hat. Es ist somit ein höheres Maß an Flexibilität notwendig. Das hat den Vorteil, dass es Ihnen außergewöhnliche schöne Reise-Erlebnisse bescheren kann, die sowieso schwer planbar sind. Sie werden auf Pfaden wandeln, die wenige Reisende in dem Maße zu sehen bekommen. Sie werden Menschen begegnen, für die Besuche von Reisenden keine Routine sondern ein spezielles Erlebnis sind. Guide, Koch und Fahrer werden sich darum kümmern, dass sich alle möglichst wohl miteinander fühlen. Helfen Sie mit, indem Sie Ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und schnell benennen können und sprechen Sie Unmut zeitig an bevor es sich zu größerem Ärger auswächst.

In Indien im Bundesstaat Jammu und Kashmir im Teil Ladakh liegt ganz im Osten an Tibet angrenzend das Changthang. Die Hochebene auf über 4.200 m ist Heimat der Changpas, der Nomaden. Das 22.300 qkm große Gebiet wird vom Indus durchzogen, welcher am Kailash in Tibet entspringt. Mehrere kleine Dörfer sind Heimat von Menschen, die sich als Halbnomaden bezeichnen, d.h. sie haben feste Häuser, betreiben aber keine Landwirtschaft, sondern gehen mit ihren Tieren im Sommer auf die Almen. Ein anderer Teil ist Vollnomade und zieht mit seinen Tieren und Zelten von Weideplatz zu Weideplatz. An manchen oft angesteuerten Plätzen haben sie kleine Steinhüttchen oder Grundmauern für die Zelte errichtet.

Reiseleitung: 

Nana Ziesche, Yangla Tours.

 

Alle Fotos auf dieser Seite: Nana Ziesche, Yangla

Flyer Download: 

Termine / Preise

Individuelle Touren möglich, außer Wintermonate
Reisedauer: 
22 Tage (mit Anreisetag)
Min. Teilnehmer: 1
Max. Teilnehmer: 8
Preis: 
1 Person: 2.980,00 Euro, 2 Personen: 1.990,00 Euro/p.P., 3 Personen: 1.950,00 Euro plus 260 Euro Einzelzimmerzuschlag, 4 Personen: 1.800,00 Euro/p.P.
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Kia Ora bringt Ihnen das Leben der indigenen Völker näher – in der Mongolei, in Russland, Nepal und Kanada. Unsere Begegnungsreisen mit Wanderungen oder Reittrekking sind immer mit einheimischer und deutschsprachiger Reiseleitung. Immer in kleinsten Gruppen. Immer im Einklang mit den Menschen vor Ort. Immer umweltschonend, nachhaltig und fair. Und immer faszinierend.