Die Dukha (mongolisch Tsaatan) sind ein kleines Volk der Tuva. Die Rentierhirten leben nomadisch oder halbnomadisch im Norden der Mongolei im Khuvsgul Aimag. Die Tsaatan, was mongolisch genau bedeutet: "die Menschen, die Rentiere haben" haben ihren Ursprung bei den Tuvinischen Rentiernomaden.
Die Sprache der Dukha ist eine vom Aussterben bedrohte Turksprache die nur noch von etwa 500 Menschen im Kreis Tsagaan Nuur im Khuvsgul Aimag gesprochen wird. Nahe verwandt sind die Dukha mit den Tofalar, ebenfalls einem Volk der Tuva, einem Sayan Turkvolk. Heute gibt es nur noch ca 40 Dukha Familien, ihr Lebensraum wird immer kleiner.
Die Sommerlager der Dukha bestehen meist aus einigen Zelten /Chum, die ähnlich wie Tipis aufgebaut sind und zwei bis sieben Haushalten. Die Zelte wurden traditionell aus Birkenrinde gefertigt.

Das tägliche Leben
Dukha haben eine einzigartige Lebensweise, ihr Gemeinschaftssinn ist rund um die Rentiere strukturiert. Die Dukha und die Rentiere sind voneinander abhängig. Einige Dukha sagen, dass mit dem Verschwinden der Rentiere auch ihre Kultur verschwinden wird. Ihre Rentiere sind halb-domestiziert und gehören zum Haushalt. In vielerlei Hinsicht sind sie wie Familienmitglieder und werden mit Respekt behandelt. Die Aufgaben und Tätigkeiten der Gemeinschaft sind um die Pflege und Fütterung ihrer Rentiere organisiert.

So werden die Aufgaben geteilt: schon die Kinder lernen die Rentiere zu pflegen und helfen sie zu beaufsichtigen. Die Mädchen und jüngeren Frauen melken und verarbeiten die Milch zu Joghurt, Käse und Milch-Tee. Junge Männer und Frauen arbeiten als Hirten. Ein paar der Männer bleiben auch im Winter bei den Rentieren, um sie vor Wölfen und anderen Raubtieren zu schützen. Die Männer reparieren Sättel und Karren. Da sie selten ein Rentier töten, ergänzen sie ihre Nahrung, die traditionell meist aus Milchprodukten besteht, durch Wild.

Dukha halten ihre Rentiere in erster Linie wegen der Milch. Ren-Milch, Joghurt und Käse sind die Grundnahrungsmittel der Dukha Ernährung. Nur ein paar Rentiere werden im Laufe des Jahres für das Gewinnen von Fleisch und Fellen, Leder und anderes geschlachtet.

Da die mongolische Taiga hügelig und mit Wald bedeckt ist, verwenden die Dukha eher keine Schlitten zum Transport sondern die Rentiere werden als Reit- und Packtiere genutzt. Für das Sammeln von Brennholz, saisonale Wanderungen, Besuch von Verwandten und Freunden und Reisen in die nächste Stadt für Erledigungen und Einkäufe nutzen sie die Rentiere.

Die männliche Rentiere tragen üblicherweise Lasten bis zu 40 kg, die Weibchen bis zu 30 kg.
Die Felle werden zur Herstellung von Wintermäntel verwendet. Taschen, Matten und Schuhe werden aus dem Leder hergestellt.

Saisonale Wanderung
Dukha haben überwiegend ihre nomadische Lebensweise behalten, sie haben keine festen Siedlungen. Eine Wohngruppe stellt ihre Zelte nahe beieinander auf und arbeitet zusammen. Im Juni wandern sie zu ihrem Sommerlager in ca 2.300 m Höhe. Hier gibt es frische Luft und ist nicht so heiß wie in den Ebenen. Rentiere mögen keine Hitze.
Im August ist es Zeit mit den Rentieren wieder hinunter zu ziehen - ab Mitte September schneit es schon und die Insekten der Taiga verschwinden.
Den Winter verbringen die Dukha gewöhnlich im tiefen Wald auf etwa 1800 m, denn hier ist es geschützt. Bei Temperaturen von bis zu Minus 30 bis Minus 50 Grad bietet der Wald viele Vorteile. Die Rene finden hier im Schnee auch leichter Flechten und Moose. Im Winter leben die Rene halbwild.
Im oft stürmischen Frühjahr suchen die Dukha mit den Rentieren die geschützen Gebiete auf. Die Rene gebären zwischen Ende April und Mitte Mai ihre Jungen.

Heute lebt ungefähr die Hälfte Dukha in festen Siedlungen oder halbnomadisch.

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