Itelmenen sind ein indigenes (authochtones) Volk, das hauptsächlich in Kamtschatka zu Hause ist.

Sie lebten ursprünglich von der Südspitze (Kap Lopatka) und der Ostküste Kamtschatkas. Die alten Itelmenen-Siedlungen lagen an den Flüssen Kamtschatka (Uykoal'), Jelowka (Kooch), Bolschaja, Bystraja, Awatscha und den Küsten der Awatscha-Bucht (nahe Petropawlowsk-Kamtschatski). Den Wohnplatz der Itelmenen beschreibt man als Ostrog, der zu Beginn aus einer Familie bestand und sich im Laufe der Zeit vergrößerte. Die Art der Behausung war von den Jahreszeiten abhängig und unterschied sich in Winter- und Sommerwohnungen. Die Winterwohnungen wurden Ambaren genannt und bestanden aus halb in die Erde gebauten Hütten. Man verbrachte darin die Zeit von Anfang November bis Anfang April. Die Sommerwohnungen wurden dagegen auf Pfählen errichtet und wurden als Balagane bezeichnet. Aufgrund ihrer Höhe und der guten Belüftung wurden diese Bauten ebenso als Proviantspeicher genutzt.

(Quelle: wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Itelmenen)

Itelmenen bauen traditionell Kanus und fischen. Fisch war ihr Hauptnahrungsmittel. Heute ist das Fischen noch bedeutsam für sie, jedoch stark eingeschränkt.

Sie fischten mit aus Brennnesseln gewebten Netzen, harpunierten oder stellten Reusen auf. Ein Teil der Fische wurde getrocknet, ein anderer in speziellen Löchern aufbewahrt. Der Mangel an Salz erlaubte nur eine kleine Lagerhaltung. Die Jagd zur Pelz- und Fleischgewinnung hatte ebenfalls große wirtschaftliche Bedeutung. Bejagte Tierarten waren Fuchs, Zobel und Schneeschaf; an der Küste Seelöwe, Seehund und Seeotter.

Die Kleidung der Itelmenen wurde aus Zobelfellen, Fuchsfellen, Schnee-Bock oder auch Hundefellen gefertigt. Georg Wilhelm Steller, der Kamtschatka in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bereiste, schrieb: „Die schönsten Kukhlyankas (Anoraks) sind am Kragen dekoriert, die Ärmel und der Saum mit Hunde-Fell, der Kaftan (kurzer Rentierfell-Overall) ist behängt mit Hunderten von rot angemalten Seehundfell-Quasten, welche bei jeder Bewegung herumbaumeln.“

Die itelmenische Sprache bildet den kamtschadalischen Zweig der tschuktscho-kamtschadalischen Sprachen - leider sprechen sie nur noch wenige, vor allem ältere Itelmenen. Um jedoch ein Aussterben der traditionellen Sprache zu verhindern, wendet man sich heute wieder alten Sitten und Gebräuchen zu. Die Itelmenen besinnen sich auf ihre ursprünglichen Wurzeln der itelmenischen Kultur und gewinnen neues Selbstbewusstsein.

Bis zur Christianisierung durch die Russisch-Orthodoxe Kirche (besonders ab Ende des 19. Jahrhunderts) waren die Itelmenen animistisch schamanistisch.

Die Christianisierung hat bei vielen abgelegenen Völkern Sibiriens nur oberflächlich stattgefunden, so dass synkretistische Mischreligionen heute häufig sind. Die Vermischung vieler Itelmenen mit Russen hat hier kulturell zu einer weitgehenden Russifizierung geführt. (Quelle: wikipedia)

 

Link zur Publikation von Erich Kasten: Lachsfang und Bärentanz - Die Itelmenen (Siberian Studies, Erich Kasten)

Eine sehr schöne Übersichts-Seite finden Sie hier: https://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/17350952

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