Museum tungusischer Kunst und Kultur

Am Baikalsee soll ein Museum entstehen

Eines der Projekte, die wir in Sibirien mit betreuen...
Seit 2004 arbeitete ich mit dem Künstler und Menschenrechtler Michail Grey Wolf Guruev zusammen, den ich seither auch unterstützt habe.

Ihm lag besonders der Erhalt der Kunst und Kultur, der Sprache und Traditionen der indigenen Völker Sibiriens am Herzen.
Kunst und Kultur, Sprache ist mit ihrem Land/Boden - also mit einer intakten Umwelt - und mit ihrer Tradition verbunden.
Mit dem traditionellen Handwerk und den Künsten sollen heute moderne Techniken, Technologien und modernes Know-How verknüpft werden. Naturschutz, Gesundheitsaufklärung und -vorsorge, soziales Engagement, Grundlagen für Existenzgründung sind weitere wichtige Komponenten, die für die Indigenen Völker sehr wichtig sind.
Grey Wolf Guruev arbeitete Jahrzehnte daran, mit diesen Zielen ein ausbildendes Kulturzentrum in Sibirien am Baikalsee zu installieren.
Eine sehr mühsame Angelegenheit, denn die Rechte der Indigenen in Russland finden wenig Aufmerksamkeit bzw. werden unterdrückt!

Grey Wolf Guruev lebte daher von 2006 bis 2012 in der Mongolei und arbeitete dort an seinem Kulturzentrum.
Leider konnte er es zu Lebzeiten nicht mehr fertigstellen.
Im März 2012 starb er, kaum dass er eines seiner großen Werke - ein Ger (Jurte) in Handarbeit auf traditionelle Weise - fertiggestellt hatte.

 
 

Wie geht es nun weiter?

Ein Museum für die Kunst der indigenen Völker Nordasiens ist in Planung, die Sammlung von Grey Wolf Guruev ist sehr umfangreich und umfasst unzählige eigene Arbeiten.

Der unermüdlichen Schaffenskraft und Kreativität, die Kenntnis sibirischer Kunst und Fachwissen und KnowHow traditioneller Handwerkskunst und Kunst ist es zu verdanken, dass ein überaus reicher Schatz an Kunstwerken, Handwerkskunst, Theaterstücken und Märchensammlungen Grey Wolf Guruevs vorhanden sind. Wir machen sie zugänglich - im Sinne des Testaments des Künstler.

Mehr als 129 verschiedene nordasiatische Völker gibt es. So die Dukhaa, die 'Tsaatan' genannten Rentierzüchter, das kleinste in der Mongolei lebende Volk (Nordwesten, heute in der Grenzregion zu Russland), die Burjaten (Mongolei und Republik Burjatien) und Ewenken.

Die Aktivitäten der NGO's Indigener Sibiriens umfassen die Pflege und Wiederbelebung der eigenen Muttersprachen. Denn mit der Sprache eines Volkes verschwindet das wertvolle, von Generation zu Generation überlieferte Wissen der Völker. Sie ist die Grundlage für die Identät der Mitglieder eines Volkes und die Grundlage zum Überleben ihrer Jahrtausende alten Kulturen (z.B. Märchenprojekt und verschiedene Theaterstücke).
Deshalb hatte der Künstler Michail Grey Wolf Guruev sein Projekt Culture Center Northern Asia als ausbildendes Kulturzentrum verstanden und konzipiert.
Um in seinem Sinne zu handeln, wollen auch wir nicht einfach ein Museum für die Kunstwerke Grey Wolf Guruevs schaffen, sondern eine lebendige Begegnungsstätte.
Hier sollen sich Angehörige tungusischer Völker und Menschen aus aller Welt treffen - zu Kulturaustausch und Workshops.

Stand der Vorbereitung 2014

Im Mai/Juni 2012 reisten wir nach Russland und besuchten das Gebiet, in dem wir das Museum aufbauen können. Uns stand dafür ein Grundstück auf der Insel Olchon im Baikalsee zur Verfügung. Dem Projekt sehr wohlgesonnene Menschen untestützen uns - der Direktor eines bekannten sibirischen Museums sowie eine kleine Organisation aus Irkutsk stehen uns zur Seite. Wir trafen eine Auswahl über die Art des Museumsgebäudes und werden dem Entwurf Grey Wolf Guruevs so weit wie möglich nachkommen. Das Gelände ist so ausgewählt, dass viele Besucher kommen können: Einheimische und Touristen aus aller Welt. 

Culture Center Northern Asia - Mongolei - Projekt für die indigenen Völker Sibiriens

Im Jahr 2013 änderte sich die Lage: die Gouverneurin des Oblast Irkutsk bot uns an, das Museum im Rahmen eines großen Kulturkomplexes für die Indigenen Völker des Nordens am Baikalsee zu installieren!
Gleich darauf konsultierten wir Vertreter der einheimischen Menschen, Burjaten und Ewenken, die dort leben und trafen uns mit dem Bürgermeister des Baikal-Kreises im dem das Museum realisiert werden soll. Alle stehen dem Projekt positiv gegenüber und freuen sich darauf, sie sind stolz, dass ein solches Museum entstehen wird!

Wir sind seinem Projekt tief verbunden und von ihm gebeten, dem Testament Grey Wolf Guruevs zufolge so zu handeln, dass seine Hilfsgüter, Werkzeuge und Materialien an eine ewenkische oder tungusische NGO gehen und ein Museum aufzubauen. In diesem Sinne handeln wir.

 

Zum Leben und zum Projekt des Künstlers und Aktivisten


Der Initiator des Projektes Culture Center Northern Asia, Michail Grey Wolf Guruev, war mit den Kulturen der Völker Sibiriens und der Mongolei tief verbunden. Er war Halb-Ewenke. Das Volk der Ewenken gehört zur Tungusischen Sprachgruppe und lebt in Sibirien - ursprünglich als Rentier-Halter und Halbnomaden in weiten Gebieten der Taiga zu Hause. Die Ewenken sind weit verbreitet, obwohl dieses in Russland eine Minderheit darstellt. Sie leben in Gebieten von Burjatien, im der Amur-Region und in Sakha (Yakutien) sowie auf Sakhalin. Ebenso sind die Ewenken in Mittelsibirien/Kemerowo zu Hause.
In seinen Bildern, Skulpturen, Märchen drückte Grey Wolf Guruev die traditionelle Denk- und Lebensweise der autochthonen Völker Sibiriens und insbesondere der tungusischen Menschen aus um sie dadurch bewahren und an die künftigen Generationen weitergeben zu helfen.
Ein  Pilotprojekt zur Errichtung eines Kultur-Zentrums Nord-Asiens entstand  nach den Plänen von Grey Wolf Guruev in der Mongolei.
Seit über 12 Jahren arbeitete Grey Wolf Guruev unermüdlich an der Planung und Umsetzung, seit 2006 war er in Khatgal, Khuvsgul Aimag, Mongolei daran tätig. Viel Unterstützung bekam er nicht. Er lebte äußerst bescheiden in einem Ger auf einem einfachen Grundstück am Rand des Dorfes und arbeitete vor allem als Künstler. Soziale Arbeit lag ihm stets am Herzen und Nachbarschaftshilfe war ihm immer ein Anliegen und Bedürfnis. So sorgte er vor allem in den harten Wintern  - mit Unterstützung durch Spenden aus Deutschland - für die Ärmsten des Dorfes indem er Brennholz und Lebensmittel heranschaffte.
Das Überleben seines Volkes sah er als hochgradig gefährdet, sprechen doch nur noch die Ältesten die tungusische Sprache und pflegen die Traditionen...
 

Museum am Baikalsee in der Nähe von Irkutsk

 

Dort werden Werke des Künstlers Grey Wolf Guruev ihren Platz finden. Sie zeigen die traditionelle Kunst sibirischer Völker, die er in seinen Skulpturen, Bildern und Gebrauchsgegenständen schöpferisch umgesetzt hat.
Zum Teil hat er die Arbeiten original getreu den Traditionen der verschiedenen Völker hergestellt - z.B. einen mongolischen Sattel oder Truhen, Dosen und sogar Gers - reich verziert im Stil der Kunst der Völker. Sie werden dort allen Besuchern zugänglich sein.

In zwei großen Aktionen haben wir die Werke Grey Wolf Guruevs gesichtet, sortiert, inventarisiert und katalogisiert. Die Vorbereitungen für das Museum laufen auf Hochtouren.

Wir freuen uns über Ihr Interesse, Ihre Hilfe und Unterstützung jedweder Art. Sprechen Sie uns an!
 

Bezug zu Reise: 
Pferdetour zum Herzen des Baikalsee - durch Steppe, Gebirge und Dörfer
Bezug zu Land: 

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Kia Ora bringt Ihnen das Leben der indigenen Völker näher – in der Mongolei, in Russland, Nepal und Kanada. Unsere Begegnungsreisen mit Wanderungen oder Reittrekking sind immer mit einheimischer und deutschsprachiger Reiseleitung. Immer in kleinsten Gruppen. Immer im Einklang mit den Menschen vor Ort. Immer umweltschonend, nachhaltig und fair. Und immer faszinierend.