Essen in der Mongolei - Teil I

Als Reiseveranstalterin, die seit 2005 ausgiebig die Mongolei bereist, habe ich schon vieles erlebt - auch die unterschiedlichen Essgewohnheiten der Menschen in den verschiedenen Regionen kennengelernt und genossen. Ja, ich genieße das. Von Anfang an hat mich das Essen in der Mongolei fasziniert.
Und seit 2005 habe ich Reisende in die Mongolei. Ich höre oft den Satz: "ach, von der Mongolei erwarte ich keine kulinarischen Highlights, aber Hammel muss es für mich nicht sein (oder nur ganz wenig)." so oder so ähnlich ist es, wenn ich vor Abreise mit den Reisenden nochmal deren Fragen bespreche und beratend zur Seite stehe.
Dieser Satz - oder vielmehr diese Einstellung und 'Erwartungshaltung' verblüfft mich immer wieder - und ich bin auch enttäuscht. Und es ändert sich auch nicht - das hält sich hartnäckig. Woher hat man diese Einstellung, diese Erwartung, obwohl man noch nie in der Mongolei war? Da läuft doch was verquer - denke ich mir. Ich rate meinen Reisenden: seid offen, seid unvoreingenommen, richtet euch nicht nach dem was manche Leute über das Essen und die Ernährung in der Mongolei schreiben und sagen! Macht eure eigenen Erfahrungen - und ihr werdet wirklich positiv überrascht sein.

Kia Ora legt viel Wert auf Qualität und das natürlich auch beim Essen unterwegs und daran arbeite ich auch mit unseren ReiseleiterInnen - es ist inzwischen so, dass sie wirklich gut kochen und auch Freude daran haben, mongolische Gerichte zuzubereiten.
Kia Ora ist unvoreingenommen und neugierig - will Neues kennenlernen und ist offen für das, was kommt. So bin ich und so reise ich. So erlebe ich natürlich auch Überraschungen - ich koste alles, wenn auch inzwischen vorsichtig, und mache meine Erfahrungen. Die gebe ich dann natürlich auch gerne weiter.

Anfangs habe ich propagiert, dass das Fleisch der mongolischen Schafe eine sehr gute Qualität hat - das ist wahr. Die Schafe wachsen in gesunder Umwelt auf, werden gehegt und gepflegt und gut behandelt. Sie leben artgerecht. Sie haben ein schönes freies Leben in der Natur. Viel Weidefläche..., die kleinsten schwächsten Jungtiere werden sogar bei kaltem Wetter in die Jurten aufgenommen. Die Mongolen achten ihre Tiere und wertschätzen sie.
Ab und zu wird ein Tier geschlachtet. Man verwertet alles.
Im Sommer werden Trockenfleisch-Vorräte angelegt. Über Monate wird nicht geschlachtet.
Die Nomaden essen wenig Fleisch. Sie leben hauptsächlich von Milch und Milchprodukten: Milch, Käse in verschiedenster Art, Quark, getrockneter Quark, Frischkäse, Sahne, Rahm, Butter, Joghurt und Airag.
Die Geschmacksrichtung und der Fettgehalt unterscheidet sich je nach Region, je nach Tier (Schaf, Ziege, Rind, Yak, Pferd, Kamel...) und so auch je nach Nahrung der Tiere. Die Kräuter, die sie essen, machen auch Qualität und Geschmack der Milch mit aus.
Ähnlich ist es mit dem Geschmack und Aroma des Fleisches...

Daher - das 'Gerücht', dass die Mongolen oder die mongolischen Viehzüchter hauptsächlich von Schafsfleisch leben, stimmt nicht.
Reichlich Fleisch gibt es nur zu Festtagen und festlichen Anlässen. Dazu später.

Und - die Suppen und Reis- und Nudelgerichte, die in der Mongolei zubereitet werden - köstlich. Mit etwas Gemüse, wilden Zwiebeln und wildem Knoblauch gewürzt, selbstgemachte frisch hergestellte Nudeln dazu, oder Reis - mit etwas getrocknetem Fleisch angeschmort - mit Wasser abgelöscht: das Ergebnis ist köstlich, wärmend und nährend.

Ich habe mich unglaublich gefreut, als eine mongolische Freundin bei einem Besuch Tsuivan gekocht hat und mir beibrachte, wie es zubereitet wird. Jetzt kann ich es essen, wann immer ich will - nur einen Haken hat das: woher bekomme ich das köstliche Fleisch? Das geht nur mit Biofleisch, Rind oder Schaf, das man hier in Deutschland bekommen kann.  - Aber so ganz dasselbe ist es nicht : )

... weiter gehts nächste Woche in 'Essen in der Mongolei - Teil II'

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Kia Ora bringt Ihnen das Leben der indigenen Völker näher – in der Mongolei, in Russland, Nepal und Kanada. Unsere Begegnungsreisen mit Wanderungen oder Reittrekking sind immer mit einheimischer und deutschsprachiger Reiseleitung. Immer in kleinsten Gruppen. Immer im Einklang mit den Menschen vor Ort. Immer umweltschonend, nachhaltig und fair. Und immer faszinierend.