Bildung und Schulen für Nomadenkinder in der Mongolei - Teil III

Die aktuelle Situation in den Schulen und im Bildungswesen der Mongolei sieht so aus: die meisten Kinder besuchen den Kindergarten – eine staatlich finanzierte Vorschuleinrichtung. Jeder Soum (Kreis = kleinere Einheiten in den Aimags/Provinzen) hat mindestens einen Kindergarten. In Ulaanbaatar gibt es auch einige private Kindergärten.

In den Schulen wird allgemeine Bildung bis zur 4. Klasse vermittelt, dann 2 Jahre spezieller usw. bis zur 10. Klasse. Diese Grundbildung ist Pflicht und wird staatlich finanziert, ohne dass die Eltern zahlen müssen. Seit September 2008 gibt es 12 Klassen.

In Ulaanbaatar gibt es inzwischen viele private Schulen. Die Eltern legen sehr viel Wert auf eine sehr gute Ausbildung ihrer Kinder - und wer es sich leisten kann, schickt sein Kind auf eine private Schule.

Auf dem Land:

Es gibt viele Unterschiede in den Aimags (Provinzen). Auf dem Land gibt es die Problematik der Entfernung zwischen den Orten, zwischen den Wohnplätzen der Nomaden und den Soum- und Aimagzentren. Besonders ist, dass die Viehzüchter (Nomaden) zu allen Jahreszeiten umziehen und ihren Herden folgen - sie müssen immer die besten Weidemöglichkeiten – abhängig vom Wetter und den Jahreszeiten - finden. Somit müssen die Kinder der Nomaden in ein Internat gehen, wie es in Teil I beschrieben ist.

Die meisten der Soumzentren haben nur Schulen bis zur 8. Klasse für die Kinder der Nomaden. So müssen die Kinder, die eine höhere Bildung möchten und eine bessere Berufsausbildung oder Uni haben wollen, in weiter entfernt liegende Städte ziehen und dort im Internat leben oder bei Verwandten, die sie aufnehmen.

Die Schule endet ca 1 oder 2 Uhr nachmittags. In der Freizeit machen die Kinder ihre Hausaufgaen, spielen oder helfen ihren Geschwistern bei der Hausarbeit. Es gibt lange Winterferien, die ungefähr 1 Monat dauern,  und Tsaagan Sar (Weißmond = Nationaler Feiertag, ca 1 Woche). Alle Kinder und Jugendlichen sind dann zu Hause.

Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle: gefährliche Schneestürme, Temperaturen bis – 40 Grad oder mehr machen es schwierig für die Kinder, die Schule im Winter zu besuchen, zumal die Schulen in den Soumzentren oft sehr kalt sind - sehr schlecht isolierte alte Gebäude ohne gute Heizmöglichkeiten.

Schwierig ist es für die Kinder – besonders die Jüngeren leiden darunter, fern von ihrer Familie zu leben, das beeinflusst ihr Lernverhalten, ihre Gesundheit. Viele Eltern  (Viehzüchter) versuchen, aus diesen Gründen und auch weil sie die Kinder in der Wirtschaft brauchen, die Kinder nicht zur Schule zu schicken oder früher wieder herauszunehmen (nach der 4. oder 6. Kl. z.B.). Manche unterrichten ihre Kinder selbst zu Hause  - nur das das wichtigste: Lesen/Schreiben und Rechnen) und ganz viel lernen die Kinder natürlich durch das Leben in der Natur, mit den Tieren und im Alltag. Letzteres ist natürlich die wichtigste Voraussetzung, um selbst Viehzüchter zu sein und die Nomaden-Tradition/Leben weiterführen zu können.

Um die Situation zu verbessern und die Schulpflicht zu sichern, versucht die Regierung mit einigen Projekten und mit internationaler Unterstützung durch z.B. UNICEF, JICA, Weltbank usw. bessere Bedingungen zu schaffen. Man versucht z.B. informell, flexiblere Möglichkeiten einzurichten: flexible Orte, mobile Schulen, Saison-Schulen (und Kindergärten).

Im nächsten Beitrag berichten wir von der Schule in Khatgal am Khuvsgul See, die wir selbst bereits ein wenig kennen und an die wir bereits Spenden geleistet haben.

Bezug zu Land: 

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