Bildung und Schulen für Nomadenkinder in der Mongolei - Teil I

Bildung spielt in der Mongolei eine große Rolle

Bildung ist den Mongolischen Familien sehr wichtig - auch den Nomadenfamilien. Aus verschiedenen Gesprächen mit mongolischen Freunden habe ich Informationen über die Geschichte der Bildung und über die Situation heute gesammelt. Eigentlich war es ein Auftrag im Rahmen eines Projektes der Tuareg-Frauenorganisation Tin Hinane aus Burkina Faso. Tin Hinane kümmert sich auch um Bildungsprojekte der Kinder der Tuareg. Sie wollten wissen, wie die Bildung der Kinder anderer Nomadenvölker organisiert wurde und wie die Schulen funktionieren. Da in der Mongolei noch viele Viehzüchter auf traditionelle Weise als Nomaden leben befragten wir mongolische Freunde aus Organisationen und Reiseunternehmen in der Mongolei, mit denen wir arbeiten und gaben diese Informationen an die Tuareg NGO Tin Hinane weiter. Aufgrund der polititischen Situation in Niger, Algerien und vor allem Mali wurden für die Tuareg und Tin Hinane andere Aufgaben dringender - man muss die Menschen in der Flüchtlingssituation unterstützen...

Auch in der Mongolei hat sich vieles geändert in Sachen Bildung. Nach 1990 brach das Bildungssystem erst einmal zusammen und es wurde sehr schwer für die Nomadenkinder, überhaupt eine Schule zu besuchen.

Geschichte:

16. – 20. Jh.:  Die Kinder der wohlhabenden Nomaden gingen zur Ger-Schule, ähnlich wie Privatlehrer, die in die Wohnung der Familien kommen, um die Kinder zu unterrichten. Es gab Lehrer, die in einem bestimmten Nomadenkreis den Kindern Lesen und Schreiben beibrachten.
Hauptsächlich war die Bildung innerhalb der Tempel durch die buddhistischen Mönche üblich. In die Klöster/Klosterschulen gingen aber nur die Jungen. Manche von Ihnen werden selbst zu Lamas ausgebildet und kehren als Lama in ihre Heimatregion zurück.
Für Mädchen galt, dass nur die Mädchen der ganz reichen und einflussreichen Familien Lesen und Schreiben lernten. Es gab besonders berühmte hochgebildete Frauen damals.

Nach der Revolution 1921 wurden viele Schulen in den Orten gegründet. Zuerst gingen die Jungen, später auch die Mädchen in die Schulen. Die Schulen befanden sich in den Ortszentren (Soumzentren und Aimagzentren). Zu Anfang war es sehr problematisch, die Kinder in die Schulen zu bekommen. Die Kinder, die meistens den Eltern mit dem Vieh helfen mussten, mussten für den Schulbesuch über Wochen oder – falls sie weiter entfernt lebten – Monate in den Internaten bleiben, fern von zu Hause.

In den kleinere Orten, den Soumzentren, gab es bis 1970 (mancherorts sogar 1980) Grundschulen bis zur 4. Klasse, Nach Abschluss der 4. Kl., also ab der 5. Klasse zogen die Kinder weiter bis zum Aimagzentrum (Provinzhauptstadt). Hier gab es die Schulen bis zur 10. Kl., heute bis zur 11. Klasse. Die Kinder/Jugendlichen leben während der ganzen Schulzeit im Internat.

Bezug zu Land: 

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