Autowäsche in Ulaanbaatar

Wir betreuen ein ziemlich umfangreiches Projekt in der Mongolei. Dieses soll später in der Region am Baikalsee fortgeführt werden. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun!
Jedes Jahr seit 2012 sind wir deshalb 4 Wochen in der Mongolei und arbeiten fast ausschließlich - meist in der Hauptstadt Ulaanbaatar, oder auch in der Provinzhauptstadt Erdenet.
Aber auch einige Tage Erholung müssen sein - es bleibt immer etwas Zeit, um die Mongolei auch zu genießen.
Letztes Jahr hatten wir den ersten Mietwagen genommen - und zwar um wirklich auf mongolischen Pisten durch die Mongolei zu fahren, die wir ja inzwischen gut kennen. Es war trotzdem sehr abenteuerlich, denn wer wie die Mongolen reisen will, muss auch ein verdammt gutes Orientierungsvermögen haben. Und das haben wir nicht wirklich. Karte und Nachfragen halfen aber immer wieder weiter. Und so kamen wir tatsächlich nach Stunden der Ungewissheit und Fahrt durch eine riesige Senke mit Salzgewächsen und kaum Schatten - auf der uns ein einziger Lkw begegnet war - an der asphaltierten Hauptstraße raus. Einziger Wegweiser zur nächsten Siedlung war ein Stab, der ca 1 m aus der Erde am Straßenrand ragte, mit rot-weißem Band umwickelt!

Nach einem Kaffee in einer kleinen mongolischen Raststätte (den Kaffee hatten wir selbst dabei, das heiße Wasser gibt es kostenlos) fuhren wir auf der bequemen Straße in 2 Stunden bis Ulaanbaatar.
Den Wagen wollten wir vor der Rückgabe an die Autovermietung natürlich äußerlich vom Dreck reinigen lassen - also Autowäsche. Autowäsche in Ulaanbaatar. Auto ugaalga - das Wort hatten wir von einer mongolischen Freundin per sms erfragt. Und die Auto ugaalga war schnell gefunden - auf einer der Hauptstraßen, die ins Stadtzentrum von Ulaanbaatar führen, ca 1/2 Stunde von unserem Hotel entfernt.
Die Autowasch'anlage' - eine lange 'Garage' , hinten die Einfahrt, vorne die Ausfahrt, also alle Autos die vor uns waren und was hinter uns kam, blockierte uns  - kein Entkommen.
Die Pisten sind natürlich sehr staubig, bei Regen schlammig - die Folgen sieht man am und im Auto (Staub und Schlammspritzer, aber vor allem Staub!). Das wissen die Autowäscher von Ulaanbaatar und es geht nichts ohne das volle Wasch-Programm. Außer - Unterbodenwäsche!
Und alles per Hand! Wagen außen abbrausen, shampoonieren mit furchtbar 'duftenden' Reinigungsmitteln, abbrausen, innen putzen  - da rannte ich schon mit den Geldscheinen und meinem Handy hinter dem Autowäscher her wie Rumpelstilzchen und ließ ihm per Handy durch meinen Tourpartner übersetzen, dass es mit der Außen-Wäsche so genau perfekt ist und wir zahlen wollen, immerhin waren wir schon seit mindestens 45 Minuten in der Waschanlage - er setzte aber seelenruhig die Innenputzerei fort, polierte ausgiebig die Fensterscheiben, jede Ritze und alles, was möglich zu reinigen war. Wieder mein Einsatz mit Handy und Geldscheinen - weil wir beobachteten wie die Autos vor uns nochmal in einem 3-Gang - Handarbeitsprogramm nachgewaschen, poliert und wieder poliert wurden - Günter verließ inzwischen verzweifelt (es war 21 Uhr und wir sehr hungrig) die Garage. Schließlich, nachdem er mit aller Seelenruhe das Auto von allen Seiten und auch innen fertig geputzt hatte, lächelte der junge Mann, stolz auf sein Werk und ließ uns 'frei'. DAS ist echte Arbeitsehre! Es gibt keine halben Sachen!

Eigentlich hätte ich es wissen müssen - als ich vor 6 Jahren mit 'meinen Jungs' - meinem Tour-Partner, Fahrer und Guide von einer großen Erkundungstour durch die Mongolei zurückgekommen war, fuhren wir auch am nächsten Morgen in eine Autowaschanlage. Mit Mongolen gemeinsam geht alles mit Geduld. Ich habe kaum gemerkt, wie lange es dauert. Es war einfach selbstverständlich, für die Mongolen und also auch für mich - Autowäsche ist gründlich und dauert eben so lange wie es dauert, bis alles sauber und fast wie neu glänzend ist! Wir unterhielten uns, schauen Fotos von unserer Tour an, tranken Kaffee und plauderten über unsere kommenden Reisepläne..., ja, und schließlich ist das Auto dann fertig gewesen, und sah fast wie neu aus!

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